Robert Crumb/D. Z. Mairowitz "Kafka kurz und knapp" von Wolfgang Scherreiks
Der Comiczeichner Robert Crumb ("Fritz the Cat", "The Book of Genesis illustrated") zeichnet Kafkas Leben, seine Phobien, Todesfantasien und die Verschmelzung von Leben und Werk. Man sieht und liest sich durch präzise gezeichnete Geschichten Kafkas, erschrickt vor dem hinterhältigen Übervater, der aus den schwarz-weißen Strichen und Schraffuren Crumbs entstanden ist und unerwartet aus dem Bett springt. » mehr
Auf der Suche nach dem großen Gefühl
Laurence Sterne "Eine empfindsame Reise durch Frankreich und Italien. Von Mr. Yorick"
von Jörg Howe
Goethe, Nietzsche, Freud und Thomas Mann zählten zu den Bewunderern des englischen Schriftstellers Laurence Sterne (1713-1768), von dem nur zwei Werke überliefert sind: neben dem vorliegenden noch der Roman "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman". Zeitlich vor der "Empfindsamen Reise" geschrieben, tritt schon hier die Figur des Mr. Yorick auf, der sich » mehr
Flucht in den glücklichsten Winkel der Erde
Dieter Richter "Der Süden"
von Wolfgang Scherreiks
Seit ich an geografische Flucht dachte, wollte ich in den Süden fliehen. Nur fragt sich, was das eigentlich ist, der Süden. Christliche Pilgerrouten führten gen Süden. Die Südsee diente, wie unter anderem durch den Maler Gauguin bekannt, als Ziel europäischer Utopien. Italien war seit dem 17. Jahrhundert fester Bestandteil der "Grand Tour". Bis heute zieht es die » mehr
Erinnerungen eines Verlegers
André Schiffrin "Paris, New York und zurück"
von Jörg Howe
André Schiffrin wurde 1935 in Paris geboren. Aufgrund ihrer jüdisch-russischen Abstammung muss die Familie sechs Jahre später aus dem inzwischen von den Nazis besetzten Frankreich fliehen. New York wird fortan zur neuen Heimat. Er studiert in Yale und Cambridge und tritt schließlich, 1961, in die Fußstapfen seines, inzwischen verstorbenen, Vaters, der selbst ein erfolgreicher Verleger war. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Politisierung » mehr
Zwischen Alkohol und Wahnsinn
Richard Yates „Ruhestörung“ von Jörg Howe
Man könnte das Buch einen Alkoholiker-Roman nennen, wenn man denn wüsste, was das eigentlich sein soll. Vielmehr ist es die Geschichte eines Scheiterns, das schon von Anfang an in der Person seines Protagonisten, John Wilder, angelegt ist. Wilder, stark an ein Alter Ego des Autors erinnernd, ist alkoholkrank und psychotisch. Das traf auch auf Richard Yates (1926-1992) zu, der seinen Antihelden bezeichnenderweise gleich zu Romanbeginn in die psychiatrische » mehr
Was ich sehe, kam nicht in den Baedeker
Spazieren gehen mit Kappacher, Kracauer und Roth
von Wolfgang Scherreiks
„Wenn er kein Notizbüchl mitnahm, fielen ihm Sachen ein; hatte er es eingesteckt, blieben die Blätter oft unbeschrieben.“ In Walter Kappacher´s „Der Fliegenpalast“ (Residenz Verlag) spaziert H. (der Schriftsteller Hugo von Hoffmannsthal) immer taumelnd und schwindlig, im fortgeschrittenen Alter, vielleicht schon an der Grenze zum Verlöschen. Einmal übernimmt er sich so sehr, » mehr
Eine Jugend in England
Christopher Isherwood „Löwen und Schatten“
von Jörg Howe
Seine Romane Leb´ wohl Berlin und Mr. Norris steigt um kennen wahrscheinlich die wenigsten. Werden jedoch das Musical Cabaret und die gleichnamige Verfilmung mit der großartigen Liza Minelli erwähnt, so hat fast jeder schon zumindest davon gehört. Christopher Isherwood (1904-1086) war der Autor, der in diesen Büchern seine Erlebnisse aus dem Berlin der 20er und 30er Jahre verarbeitete und Motive schuf, » mehr
Ein Leben für das Entertainment
Groucho Marx „Groucho & Marx“
von Jörg Howe
Er war der wohl bekannteste der Marx-Brothers und galt gemeinhin auch als deren kreativer Kopf: Julius Henry Marx (1890-1977), genannt Groucho. Mit seinen Brüdern in der Upper East Side von New aufgewachsen führte ihn sein Weg, gemeinsam mit ihnen, bis nach Hollywood. Sie wurden im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts weltbekannt und gefeiert als die legendären Marx-Brothers. So wie Groucho Marx das Publikum im Film und auf der Bühne zu unterhalten wusste, » mehr
„Die Ohlsdorfer Bazillen haben in Frankfurt ihre Wirkung getan“
Der Briefwechsel Thomas Bernhard/Siegfried Unseld
von Wolfgang Scherreiks
Aus dem Umfeld therapeutischer Suchtarbeit ist jener Patient gut bekannt, der alles sofort, und zwar kursiv sofort haben muss. Und ähnlich der Paranoia seiner literarischen Helden ahnt auch Thomas Bernhard überall, man verschweige oder unterschlage ihm eine Information. Ein aufgebrachter, wütender Briefeschreiber, getrieben von dem Wunsch » mehr
Eine literarische Anstalt
von Wolfgang Scherreiks
„Der alte Hawelka stieg auf seinen Schemel. Er war ja tatsächlich über uns aufgestiegen, auf seinen Hocker vor der Tür. Und einmal Platz genommen, kommentierte er von seinem Hochsitz herunter die Welt. Er konnte sich aus jeder beliebigen Situation heraus ins Reden hineinsteigern. » mehr
Noch ein holländischer Meister
Cees Nooteboom, „Nachts kommen die Füchse“
von Wolfgang Scherreiks
Wüsste ich es nicht besser, würde ich Cees Nooteboom einen holländischen Maler nennen. So wie sein Erzähler vor einem Bild steht, um mithilfe der Erinnerung dessen Rätsel zu ergründen, und wie er sich Schicht auf Schicht in den Hintergrund einsieht, so steht der Leser unmittelbar dahinter, um sich angenehm träge wie das Auftauchen von Erinnerungsspuren die Tiefe einer Geschichte zu erschließen, und zwar immer in der Wieder- begegnung mit einem verstorbenen » mehr
Trokkenpresse - Die Suchtzeitschrift mit Informationen zu Alkoholabhängigkeit, Medikamentensucht, Drogenmissbrauch, Suchtpolitik, Beratung, Entzug, Therapien, Selbsthilfegruppen, Essen & Trinken, Veranstaltungen und vieles mehr von und für Abhängige, Unabhängige, Mitbetroffene und alle anderen interessierte Menschen. Mehr Lebensqualität ohne Sucht!