Die Selbsthilfe bewegt sich

Anmerkungen zur 9. Sucht-Selbsthilfe-Konferenz 2010: "Von der Last zur Lust - Suchtselbsthilfe auf einem gesunden Weg"

Selbsthilfegruppen sind in ihrer stabilisierenden Wirkung als Rückfallprophylaxe schon lange anerkannt. Sie bieten eine Möglichkeit zur Nachreifung in geschütztem und vertrautem Rahmen und verbessern die langfristige Prognose ganz erheblich, sofern sie regelmäßig besucht werden. Das ist mehr als eine Behauptung der Selbsthilfeorganisationen, es ist wissenschaftlich belegt. Wenn Therapeuten und Therapeutinnen während einer Behandlung die Teilnahme an Selbsthilfegruppen nicht dringend empfehlen sollten, käme dies folglich einem Kunstfehler nahe.
Wie groß die Zahl der abstinent lebenden Menschen ist, in erster Linie Alkoholiker, die sich in Selbsthilfeorganisationen zusammengeschlossen haben und an Selbsthilfegruppen teilnehmen, ist der Öffentlichkeit kaum bekannt. Eine umfangreiche Übersicht findet sich unter: www.kreuzbund.de 
Aus dieser Übersicht geht auch hervor, dass von über 58.000 (!) abstinenten Gruppenmitgliedern nur etwa 14 Prozent rückfällig werden und dass von diesen wenigen Rückfälligen 77 Prozent in den Gruppen verbleiben und dort aufgefangen werden, sodass der tatsächliche Schwund von Mitgliedern wegen Rückfälligkeit minimal ist. Zahlen, die optimistisch stimmen. Wer beim Kreuzbund, AA oder IOGT, BK oder den Freundeskreisen unter "Daten und Fakten" nachschaut, bekommt anhand der großen Zahlen ihrer Mitglieder eine Ahnung davon, was hier für das Gesundheitssystem geleistet wird. 
Die Effektivität der Selbsthilfe für die Nachsorge und ihre große Bedeutung für das Gesundheitssystem ist mittlerweile unbestritten, ebenso wenig ihre präventive Funktion. Aber selbst von professionellen Suchtfachleuten häufig immer noch unterschätzt wird ihre therapeutische Effektivität und vor allem Effizienz: Eine große Studie mit 42.000 Teilnehmern zeigte, dass 24 Prozent von ihnen allein über Selbsthilfegruppen abstinent geworden waren, ohne nennenswerte Hilfen des professionellen Gesundheits- und Sozialsystems. » mehr
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