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kurz & trokken

+++Zwei(erlei) Maß: Die Benutzung des offiziellen FIFA-Emblems zur Fußballweltmeisterschaft, das wir Ihnen an dieser Stelle gar nicht mehr zeigen wollen, zum Hinweis auf alkoholfreies sogenanntes Public Viewing (s. Veranstaltungen), ist der TrokkenPresse nicht gestattet. Sie nennen das
„parasitäres Marketing“. Budweiser ist dann wohl der Wirt, der allerdings ein rauschendes Fußballfest unter der FIFA-Marke feiert. Unser Trost: Im Werbespot sieht ein Fußballer ein Budweiser-Bier und verschießt. Botschaft: Mit Budweiser-Bier versagst du.+++Gegen ebenso unkluge wie unsportliche Trinkwut halten auch die Initiatoren der Plakat- und Postkartenkampagne „Na klar!
Fußball gibt Dir den besseren Kick.“ Während der Fußballweltmeisterschaft wird diese Botschaft im ganzen Berliner Stadtbild präsent sein (Abbildung). Besonders Kinder und Jugendliche sollen angesprochen werden und so aufgezeigt, dass die Verbindung von Sport und Alkohol nicht selbstverständlich ist. www.berlin-suchtpraevention.de +++Gibt es denn nichts außer Fußball? Doch! Den Einkauf zum Spiel. Im Mai stellte die neue
Lieblingsfigur der Suchtverbände Mechthild Dyckmans (FDP) eine Selbstverpflichtung des Handels zur Ausweiskontrolle beim Kauf von alkoholischen Getränken vor. Vergleichbare Vereinbarungen haben sich bisher eher als wirkungslos erwiesen, bemängelten beispielsweise die Grünen. So wie Rot-Grüne in Macht enthusiastische Ordnungspolitiker waren, so scheuen die fabrikneuen Liberalen genau davor zurück, sofern auch nur der Schatten eines Lobbyisten über ihren Schreibtisch fällt.+++So viel Laissez-faire wünscht sich mancher Sozialhilfeempfänger, aber da werden plötzlich alle zu
zynischen Pädagogen. Arbeitgeberpräsident Hundt wusste: „Zuschläge bis ins vierte Jahr der Arbeitslosigkeit verleiten dazu, in Arbeitslosigkeit zu verharren.“ Und weg sind die Zuschläge. Sozialhilfeempfänger, gründet endlich eine Lobby! Erster Schritt ist die Information, zum Beispiel auf www.harald-thome.de+++ Eine verwunderliche Idee kommt aus Kiel: Der Trinkraum für arbeitslose Alkoholiker. Mangelt es an Trinkräumen? Nicht an solchen: Hier kann der Alkoholiker seinen Suchtstoff selbst mitbringen. Der „Spiegel“ weiß, dass „Stadtbekannte und arbeitslose Trinker, die vorher mit ihren Saufgelagen in der Innenstadt die
Wut der Bürger auf sich zogen,“ (DER SPIEGEL 16/2010) nun im Trinkerraum weitersaufen. Das bedeutet vom Leben gesäuberte Innenstädte, wie auf den Postkarten oder wie im Photoshop. Das bedeutet aber auch: Neuer Schrecken! Wohin jetzt mit der Wut der Bürger?+++Favorisieren möchten wir den friedlichen
„Ohne-Bier-Garten“, der im Mai in Hannover eröffnet wurde. Geleitet wird er ausgerechnet von eine Rheinländerin, einer nicht-trinkendenden allerdings. Nachzulesen in der Hannoverischen Allgemeinen unter www.haz.de +++Vom Rheinland ins schöne Périgord, dem
Land der Stopfleber und der Trüffel. Von dort erreichte uns die Ansicht eines gewissen Herrn de Montaigne: „Die tödliche Krankheit des Menschen ist seine Meinung, er wisse.“ Mit diesem Schlussgedanken hoffen wir auf Geist, Trüffel und Spiele für alle.+++
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